Nach einem Umzug steht häufig noch ein wichtiger Termin an: die Wohnungsübergabe. Gerade bei einer Mietwohnung sollten Sie dafür ausreichend Zeit einplanen. Denn neben dem Ausräumen der Räume spielen auch Sauberkeit, Schlüssel, Zählerstände und mögliche Schäden eine Rolle.
Eine gute Vorbereitung hilft dabei, unnötige Diskussionen bei der Übergabe zu vermeiden. Außerdem gibt es einige wichtige Punkte zu beachten, die Sie direkt dokumentieren können. So lässt sich später leichter nachvollziehen, in welchem Zustand Sie die Wohnung übergeben haben.
Was gehört zu einer Wohnungsübergabe?
Bei der Wohnungsübergabe prüfen Mieter und Vermieter gemeinsam den Zustand der Wohnung. Dabei geht es nicht nur darum, ob alle Räume leer sind. Auch Böden, Wände, Türen, Fenster und vorhandene Einrichtungen können eine Rolle spielen.
Außerdem sollten Sie alle Schlüssel bereithalten und die aktuellen Zählerstände erfassen. Ein Übergabeprotokoll fasst die wichtigsten Punkte anschließend schriftlich zusammen.
Wann sollte die Wohnung leer sein?
Zum vereinbarten Übergabetermin sollten Sie die Wohnung in der Regel vollständig geräumt haben. Persönliche Gegenstände, Möbel und Kartons sollten deshalb vorher aus den Räumen verschwinden.
Denken Sie dabei auch an Nebenräume. Keller, Dachboden, Garage, Abstellraum oder Balkon werden leicht vergessen. Gehören diese Bereiche zur Wohnung, sollten Sie auch dort alle eigenen Gegenstände entfernen.
Muss eine Wohnung besenrein übergeben werden?
Bei vielen Mietverhältnissen spielt der Begriff besenrein eine wichtige Rolle. Damit ist normalerweise keine vollständige Grundreinigung gemeint. Groben Schmutz sollten Sie jedoch entfernen.
Dazu gehört zum Beispiel, die Böden zu kehren oder zu saugen. Auch zurückgelassener Müll sollte vollständig aus der Wohnung verschwinden. Starke Verschmutzungen sollten Sie ebenfalls beseitigen.
Welche Anforderungen im Einzelfall gelten, hängt allerdings vom Mietvertrag und vom Zustand der Wohnung ab. Deshalb lohnt sich vor dem Auszug ein Blick in die vorhandenen Unterlagen.
Müssen Wände vor der Übergabe gestrichen werden?
Viele Mieter gehen davon aus, dass sie vor dem Auszug automatisch alle Wände streichen müssen. Das ist jedoch nicht grundsätzlich der Fall.
Ob Renovierungsarbeiten erforderlich sind, hängt unter anderem vom Mietvertrag und von den konkreten Umständen ab. Deshalb sollten Sie nicht automatisch umfangreiche Arbeiten beginnen, ohne vorher zu prüfen, was tatsächlich notwendig ist.
Bei Unsicherheit kann rechtlicher Rat sinnvoll sein. Das gilt besonders dann, wenn Vermieter und Mieter unterschiedliche Vorstellungen über notwendige Arbeiten haben.
Welche Schäden sollten Sie vor der Wohnungsübergabe prüfen?
Vor dem Übergabetermin sollten Sie die Wohnung noch einmal in Ruhe ansehen. Dabei können Sie prüfen, ob sichtbare Schäden vorhanden sind.
Achten Sie zum Beispiel auf:
- Beschädigungen an Türen oder Türrahmen
- größere Schäden an Böden
- beschädigte Fliesen oder Sanitäreinrichtungen
- Bohrlöcher und auffällige Wandbeschädigungen
- defekte Fenster oder Beschläge
- Schäden an mitvermieteten Einrichtungen
Nicht jede Gebrauchsspur ist automatisch ein Schaden. Normale Abnutzung entsteht beim Wohnen und lässt sich nicht vollständig vermeiden. Dennoch ist es sinnvoll, den Zustand vor der Übergabe zu kennen.
Fotos vor der Übergabe machen
Fotos können den Zustand der Wohnung dokumentieren. Fotografieren Sie deshalb die wichtigsten Räume möglichst kurz vor der Übergabe.
Besonders sinnvoll sind Aufnahmen von Böden, Wänden, Küche, Bad und bereits vorhandenen Schäden. Auch Zählerstände können Sie zusätzlich fotografieren.
Bewahren Sie die Bilder anschließend zusammen mit dem Übergabeprotokoll auf.
Zählerstände richtig dokumentieren
Bei einem Wohnungswechsel sollten Sie die aktuellen Zählerstände festhalten. Dazu können je nach Wohnung Strom, Gas und Wasser gehören.
Notieren Sie die Werte im Übergabeprotokoll und fotografieren Sie die Zähler zusätzlich. So haben Sie später einen Nachweis über den Stand am Tag der Wohnungsübergabe.
Alle Schlüssel zur Übergabe mitbringen
Zur vollständigen Wohnungsübergabe gehören auch die Schlüssel. Sammeln Sie deshalb rechtzeitig alle Schlüssel ein, die zur Wohnung gehören.
Dazu können neben Wohnungsschlüsseln auch Haustür-, Keller-, Briefkasten-, Garagen- oder Torschlüssel gehören.
Falls Sie während der Mietzeit zusätzliche Schlüssel anfertigen ließen, sollten Sie auch diese berücksichtigen.
Warum ist ein Übergabeprotokoll sinnvoll?
Ein Übergabeprotokoll hält den Zustand der Wohnung zum Zeitpunkt der Übergabe fest. Deshalb gehört es zu den wichtigsten Unterlagen beim Auszug.
Typische Angaben sind:
- Datum und Uhrzeit der Übergabe
- Name von Mieter und Vermieter
- Zustand der einzelnen Räume
- bereits vorhandene oder festgestellte Schäden
- Zählerstände
- Anzahl der übergebenen Schlüssel
- mögliche Vereinbarungen zu offenen Arbeiten
Mieter und Vermieter sollten das Protokoll gemeinsam prüfen. Anschließend erhält jede Seite eine Kopie.
Was passiert mit Möbeln und Gegenständen, die nicht mit umziehen?
Bei einem Umzug stellt sich häufig heraus, dass nicht alle Möbel und Gegenstände mit in die neue Wohnung sollen. Gerade nach vielen Jahren sammelt sich oft deutlich mehr Hausrat an als erwartet.
Deshalb ist es sinnvoll, frühzeitig zu entscheiden, was mit umzieht und was nicht mehr benötigt wird. Gut erhaltene Gegenstände können Sie verkaufen, verschenken oder weitergeben. Für den übrigen Hausrat kommt je nach Menge eine Entsorgung oder Entrümpelung infrage.
Entrümpelung vor der Wohnungsübergabe
Wenn nach dem Umzug noch größere Mengen Möbel, Hausrat oder andere Gegenstände in der alten Wohnung stehen, kann eine Entrümpelung nötig sein.
Das betrifft häufig nicht nur die Wohnräume. Auch Keller, Dachboden und Garage können noch voll sein. In solchen Fällen sollte genügend Zeit zwischen dem eigentlichen Umzug und dem Übergabetermin liegen.
Weitere Informationen dazu finden Sie auf unserer Seite zu Haushaltsauflösungen und Entrümpelungen.
Wohnungsübergabe nicht auf den letzten Tag verschieben
Ein häufiger Fehler besteht darin, den Umzug und die Wohnungsübergabe zu knapp hintereinander zu planen. Dadurch fehlt Zeit für letzte Arbeiten.
Planen Sie deshalb nach Möglichkeit einen Puffer ein. So können Sie nach dem Auszug noch einmal alle Räume kontrollieren, Müll entfernen und vergessene Gegenstände mitnehmen.
Außerdem bleibt dann genügend Zeit, Keller, Dachboden oder Garage abschließend zu prüfen.
Checkliste für die Wohnungsübergabe nach dem Umzug
- Alle persönlichen Gegenstände aus der Wohnung entfernen.
- Keller, Dachboden, Garage und Nebenräume prüfen.
- Müll vollständig entsorgen.
- Böden kehren oder saugen.
- Offene Arbeiten aus dem Mietvertrag prüfen.
- Zustand der Räume fotografieren.
- Zählerstände notieren und fotografieren.
- Alle Wohnungsschlüssel zusammensuchen.
- Übergabeprotokoll vorbereiten.
- Ausreichend Zeit für den Übergabetermin einplanen.
Häufige Fragen zur Wohnungsübergabe
Muss die Wohnung bei der Übergabe komplett leer sein?
In der Regel sollten Sie alle eigenen Gegenstände aus der Wohnung entfernen. Das betrifft auch Keller, Dachboden und andere mitgemietete Bereiche.
Was bedeutet besenrein bei einer Wohnungsübergabe?
Besenrein bedeutet normalerweise, dass Sie groben Schmutz und Müll entfernen. Eine vollständige Grundreinigung ist damit nicht automatisch gemeint.
Sollte man vor der Übergabe Fotos machen?
Ja, Fotos können den Zustand der Wohnung am Tag der Übergabe dokumentieren. Besonders sinnvoll sind Aufnahmen von Räumen, vorhandenen Schäden und Zählerständen.
Was gehört in ein Übergabeprotokoll?
Das Protokoll sollte unter anderem den Zustand der Wohnung, vorhandene Schäden, Zählerstände und die Anzahl der übergebenen Schlüssel enthalten.
Fazit
Eine gut vorbereitete Wohnungsübergabe nach dem Umzug spart Zeit und kann spätere Unklarheiten vermeiden. Räumen Sie deshalb nicht nur die Wohnräume, sondern prüfen Sie auch Keller, Dachboden und andere Nebenbereiche.
Dokumentieren Sie außerdem den Zustand der Wohnung, notieren Sie die Zählerstände und halten Sie alle Schlüssel bereit. So können Sie den Auszug sauber abschließen und sich anschließend vollständig auf das Wohnen in Ihrem neuen Zuhause konzentrieren.

